Rohrkrepierer
Die Befürworter einer Rentensenkung bei den Pensionskassen machen sich Sorgen um die Stimme von SGB-Gewerkschafterin Colette Nova. „Die profilierte linke Vorsorgeexpertin“ schweige im Ab-stimmungskampf. „Weil sie die Fakten kennt, kann sie nicht in den Chor linker Aktivisten einstimmen“, meint das von den Freisinnige gemanagte Komitee „JA für einen fairen Umwandlungssatz“.
Das einzige, was an den Aussagen des Rentenklau-Komitees stimmt, ist die Tatsache, dass Colette Nova eine profilierte Vorsorgeexpertin ist – die sich allerdings schon immer gegen die Senkung des Umwandlungssatzes ausgesprochen hat.

Nein zum Rentenklau
Wer in den nächsten Jahren in Pension geht, soll aus der zweiten Säule weniger Rente bekommen. Das hat das Parlament im Dezember 2008 beschlossen. Die Senkung der künftigen Renten ist auf Druck der Versicherungsbranche erfolgt. Sie verspricht sich davon mehr Gewinn im Geschäft mit der zweiten Säule.
Gegen die geplante Rentensenkung haben Gewerkschaften, Konsumentenschützer und linke Parteien das Referendum ergriffen.
Gemäss Bundesverfassung soll die Altersrente allen ein Leben in Würde ermöglichen. Mit dem neuen Gesetz wird dieses Ziel in Zukunft verfehlt; es droht für einige wieder Altersarmut. Eine Regierung, die für eine private Bank Milliarden Franken bereitstellt, muss auch die Renten sichern können!
Von der geplanten Verschlechterung wären alle, auch jüngere Arbeitnehmende betroffen. Sie zahlen weiterhin viel ein, werden aber deutlich weniger bekommen. Für heutige Rentnerinnen und Rentner wächst die Gefahr, dass man auch ihre Renten kürzt.
Es sind gewinnorientierte Versicherungen, die eine Rentensenkung verlangen. Sie haben mit unseren Pensionskassen gute Geschäfte gemacht und Milliarden Franken Gewinne und Verwaltungskosten eingesteckt. Sie wollen weiterhin gut verdienen und darum die Renten senken.
Auch die Konsumentenzeitschriften K-Tipp und Bon à Savoir haben das Referendum ergriffen, weil Versicherungen und Pensionskassen die Bevölkerung für dumm verkaufen. Der Renten-Umwandlungssatz wird bis ins Jahr 2014 schrittweise auf 6,8 Prozent gekürzt – das wurde 2003 beschlossen. Diese Reduktion reicht ohne weiteres, um die Renten zu finanzieren – selbst bei leicht steigender Lebenserwartung. Trotzdem will die Pensionskassen-Lobby die Renten noch weiter kürzen - auf Vorrat! Sollten sich Lebenserwartung oder Kapitalrenditen überraschend entwickeln, wäre auch 2014 noch ein Entscheid über eine Kürzung möglich.
Rentenklau bei den Privatversicherern hat System
Vor einigen Jahren hat der Bundesrat überraschend mit Verordnungsbestimmungen die vom Gesetz vorgeschriebene Beteiligung an den Überschüssen der Lebensversicherer in eine Beteiligung der Lebensversicherer an den Gesamteinnahmen verwandelt. Diese Verordnungsbestimmungen, die den Versicherern ein Recht auf bis zu 10 % aller Gesamteinnahmen verschaffen, haben damals (fast) alle vor den Kopf gestossen. Dass diese Empörung gerechtfertigt ist, beweist nun eine juristische Masterarbeit. Sie kommt zum klaren Schluss: Die bundesrätliche Verordnung ist illegal.
Hohe Gewinne ohne Risiken, Abzockerei ohne Ende
Das ist der skandalöse Stoff, der sich in der Betriebsrechnung 2008 der Lebensversicherer im BVG-Geschäft versteckt: horrende Verwaltungskosten, versteckte und bis zur Abzockerei getriebene Prämien und jede Menge von Mechanismen, die Gewinne garantieren und Risiken minimieren.
Pressekonferenz zum Rentenklau: Rentensenkung ist unzumutbar und unnötig
Die geplante Rentensenkung ist unzumutbar und unnötig. Unzumutbar, weil im Alter für viele ein Leben in Würde gefährdet wäre. Unnötig, weil die demographische Veränderung bereits bei der letzten Gesetzesrevision eingebaut wurde. Und selbst wenn die Renditen zukünftig tiefer ausfallen als in der Vergangenheit, ist keine Senkung des Umwandlungssatzes auf Vorrat notwendig. Mehr dazu...
Die Texte zur PK:
Vom SGB wird folgendes Kampagnenmaterial zur Verfügung gestellt, das hier heruntergeladen werden kann:
Auf dieser Site gibt es interessante Zusatzinformationen zum Umwandlungssatz und zum BVG von einem unabhägigen Pensionskassenexperten.
Hier geht es zur umfassenden Dokumentation des Kosumentenmagazins K-Tipp